Gewissenskonflikt

Ich bin mal wieder geplagt von den Gedanken ob das alles fair ist. Während die meisten meiner Freunde ein Leben am Minimum führen, lebe ich in Wohlwollen. Wenn man zwei Freunde rausnimmt, habe ich mehr wie alle anderen zusammen. Meine Kopfhöhrer haben teils mehr gekostet als die Menge an Geld, die Freunde für einen kompletten Monat zur Verfügung haben.

 

Tue ich wirklich genug für sie?

 

Ist es genug wenn ich ihnen teils etwas leihe, gebe oder einfach mehr von den Kosten vom Urlaub übernehme? Oder sollte ich eigentlich viel mehr machen? Ich könnte ihnen allen genug Geld geben, so dass vermutlich all ihre Sorgen weggewischt wären und ich würde davon trotzdem nicht zu Grunde gehen und noch ordentliche Mengen an Reserven haben.

 

Während ich überlege für das Fotografieren nochmal eine zwei, vielleicht dreitausend Euro teure Kamera zu kaufen, überlegen sie, wie sie die Kosten am Ende des Monats decken können. Ob es irgendwo noch günstigere Lebensmittel gibt. Ob sie vielleicht die nächste Miete nicht zahlen können. Und und und.

 

Das Geld das ich zur Verfügung habe ist mir nie zugeflogen. Ich haben in meinem ersten Job binnen der ersten drei Monate 120 Überstunden gemacht. Das sind 40 pro Monat. 10 pro Woche. 2 Stunden jeden Tag extra. Während andere in meinem Alter früher nach Hause gehen, habe ich jeden Tag zwei Stunden extra drauf gepackt. Bin ich am Anfang des Studiums noch daran verzweifelt 19h pro Woche (+ Überstunden) und Studium unter einen Hut zu bringen, so mache ich das nun mit links. Durch das Aufstehen um 4 Uhr morgens bleibt sogar noch genug Zeit dafür übrig sich eigenen Zielen zu widmen.

 

Ich bin mir sicher auch einige meiner Freunde könnten mit meinem Willen und Mindset alles selbst unter einen Hut bringen, aber ich weiß selbst wie hart der Weg zu so einem Mindset ist und daher stellt sich mir umso öfter die Frage: Mache ich genug für meine Freunde?

 

Ich bin zwar bei Leibe kein Freund davon anderen Geld zu geben, aber ich weiß, es würde ihnen allen so sehr helfen. Helfen eine Familie zu ernähren. Helfen die Mieten zu zahlen. Helfen auch wieder selbst „leben“ zu können und nicht nur von Kosten zu Kosten schauen zu müssen. Helfen sich ein Selbstbewusstsein aufzubauen. Ich weiß, die meisten von ihnen fühlen sich immer schuldig und teils sogar richtig schlecht, wenn ich ihnen etwas gebe oder leihe und trotzdem stellt sich mir die Frage ob ich ihnen nicht doch mehr geben sollte. Idealerweise irgendwie anonym geben, so dass sie sich nicht schuldig gegenüber mir fühlen müssen. Ich will doch einfach nur das es ihnen gut geht.

 

 

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