Leipzig II & Borkum 2018

Nach etwas mehr als vier Wochen alleine Zuhause (von Anfang August bis Mitte September) beschloss ich vor dem Semesterstart noch einmal meine Sachen zu packen und raus aus dem Alltagswahnsinn zu kommen.

Zuerst ging es für vier Tage nach Leipzig zu einer Freundin und die Seele einfach mal ein paar Tage baumeln zu lassen und gemeinsam etliche kleinere Animes zu schauen. Die Tage dort waren einfach „normal“ für die meisten – für mich allerdings sehr besonders, da ich in meiner Umgebung eigentlich keine Freunde habe mit denen man mal etwas Zeit verbringen kann.

Nach den Tagen in Leipzig hieß es Freitags noch einmal Arbeiten und Dienstag darauf ging es dann los Richtung Nordsee. Spätestens wenn man in Emden Hauptbahnhof ankommt, beginnt die Vorfreude. Diese wird mit jedem Kilometer Richtung Meer dann immer größer, da man beginnt die Nordseeluft zu riechen. Nach einer Stunde warten und zwei Stunden Fähre war es dann soweit: Mein Füße betreten die Insel.

Und nur wenige Momente später sitze ich in der Inselbahn – außen. Wie immer. Öl- bzw. Benzingeruch ist eigentlich immer ein Gestank, aber wenn er von der Inselbahn kommt, dann muss man ihn einfach lieben, weil man weiß was bevorsteht.

Die Tage auf der Insel waren dann eigentlich genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Fast durchgehend Windstärke 5-6, ab und zu Sonne, selten Regen und vor allem Ruhe. Am zweiten Tag habe ich dann auch gleich ein Bad im Meer genommen, bei frischen 17 Grad – Außen- und auch Wassertemperatur. Daraufhin habe ich meinen Delta über den Himmel schießen lassen. Auch an den anderen Tagen war ich meist am Strand oder am Laufen über die Insel. Gegen Freitag kam dann auch der erhoffte Sturm – einer der Gründe warum ich auch gerne erst Ende September auf die Insel wollte. Bei Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h zeriss es mir einen Drachen und eine Leine, was jedoch nur dazu führte, dass ich meinen Delta mit noch stärkeren Leinen an den Himmel ließ. Und es lohnte sich. Es gibt einfach nichts schöneres als die Kräfte der Natur in seinen Armen, Beinen und am Körper fühlen zu können.

Eine Böe kündigt sich an, der Beat setzt ein und mein Delta schießt vom Himmel Richtung Abgrund

Aus dem Sitzen macht mein Körper einen Satz nach vorne – etwas mehr als drei Meter und auch danach ist es ein stetiger Kampf gegen den Wind und explizit gegen diese Böe. Nach dem Ende meiner Kite-Session tut mir alles weh, aber es hat sich gelohnt.

An einem der folgenden Tage spaziere ich dann einen Halbmarathon über die Insel und erkunde die Natur an sonst eher selten gesehenen Stellen. Kurz darauf ging es wieder zurück. Doch auch um 7 Uhr morgens und dem Wissen das man die Insel verlässt, ist es ein Genuß auf der Bummelbahn Richtung Hafen außen zu sitzen und noch einmal den Benzingeruch in sich aufzunehmen – zum letzten Mal für diese Jahr.

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