Ein Windhauch von Vergangenheit

Der Wind streicht sanft über die Außenhaut meiner Jacke während ich langsam über den Bahnhof schlender. In meinen Ohren macht sich die Stimme von Taylor Swift breit – „Look what you made me do“. Ein Lied das ich nicht nur wegen Taylors Stimme gerne mag, sondern eben genau wegen diesen 6 Wörtern, die mich immer wieder vor die Frage stellen:

Was hast du aus mir gemacht?

Aber eigentlich ist diese Frage falsch, dass wissen wir beide. Es ist mein Leben und es wird immer die Frage sein, was habe ich daraus gemacht.

Tja, was habe ich daraus gemacht? Blicken wir doch mal ein wenig zurück nachdem mein letzter Beitrag schon eine ganze Weile her ist.

Wie immer fällt es mir schwer einen Anfang zu finden. Der Wind pfeift an mir vorbei und erleichtert mir meine Antwort. Ich habe vor ein paar Monaten damit weitergemacht mein Leben umzustellen und mir Skates gekauft, mit denen ich seitdem regelmäßig abends oder morgens über die Straßen flitze. Im selben Zug habe ich auch begonnen mich bewusster und regelmäßiger zu ernähren, ich spreche hier bewusst nicht von gesünder oder irgendeiner Diät – einfach bewusster. In der letzten Woche hat das Wetter leider so stark umgeschlagen, dass Skaten nicht möglich war, daher bin ich am überlegen zu Joggen als Alternative. Ein großer Freund bin ich zwar immer noch nicht davon, schließlich habe ich mir extra Skates gekauft als Alternative, aber ich mag den Trend nicht abreisen lassen. Vielleicht schaffe ich es auch jemanden zu finden, der zusammen mit mir joggt, dann wäre die Hürde viel geringer.

Das bringt mich eigentlich auch schon zum sozialen Aspekt des Rückblicks. Wirklich viel kann ich da eigentlich nicht berichten, weil ich mich mehr oder weniger von fast allen Menschen zurückgezogen haben und die Kommunikation auf das nötigste beschränkt habe. So langsam bin ich dabei in dieser Richtung wieder ein wenig zu machen, allerdings nur in sehr kleinen Schritten. Vielleicht kann ich hier in einem halben Jahr etwas berichten.

Mit einem Bericht oder auch Zeugnis von meinem Arbeitgeber habe ich dieses Kapitel mit weinendem Auge abgeschlossen. Nach mehr als 3.5 geilen Jahren, habe ich einen nun wegen meiner Bachelorarbeit eine neue Tätigkeit als studentische Hilfskraft der Hochschule. Da ich der Meinung bin, dass man 7 Semester bei einer Firma allerdings nicht in einem Satz abhacken sollte, mag ich noch ein paar Worte dazu verlieren. Das wichtigste habe ich auch in meiner kurzen Abschluss-Mail und Rede im Jour Fixe gesagt: Danke

Danke für euer Vertrauen,
Danke für den gemeinsamen Spaß,
Danke für 3.5 geile Jahre!

Meine neue Arbeit bei der Hochschule ist eigentlich nicht zu vergleichen mit der Vorherigen, da sie im Grunde grundverschieden sind. Und doch, kann ich mich – wie eigentlich für jede Arbeit – damit anfreunden. Nachdem ich in den ersten Wochen hauptsächlich damit beschäftigt war 500 Jahre alte Mathematik zeichengenau zu transkribieren, bin ich nun dabei sie zu lösen. Eigentlich eine komische Beschäftigung und Bachelorarbeit, aber das spielt für mich keine Rolle =)

Nebenbei habe ich begonnen mit meinem Excelwissen einer Freundin weiterzuhelfen und einige Systeme für sie aufgebaut. Desweiteren verwalte ich mittlerweile einige Discord-Server als Admin und helfe damit ein wenig der Community um doch ein wenig Kontakt zu Menschen zu haben 🙂

Langsam holt mich die Welt wieder zurück ihn ihre Dimension. Ich schlendere die Treppenstufen des Bahnsteigs nach unten und Taylor singt noch ein letztes Mal „Look what you made me do“, während ich eine Frau mit Kinderwagen am gegenüberliegenden Treppenaufgang sehe. Leise antwortet meine innere Stimme zu Taylor „look“ während ich die Kopfhörer abnehme, der Frau meine Hilfe anbiete und mit ihr zusammen den Kinderwagen hochtrage.

Ein Gedanke zu „Ein Windhauch von Vergangenheit

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