Gedanken eines Reisenden #8 – Vermissen

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
und deine Hand,
fast die meine trifft.

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
weil du nicht mehr bist,
wer du einmal warst.

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
weil du nicht mehr machst,
was du einmal hast.

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
weil du hier bist,
und mir zeigst was Ferne ist.

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
weil du hier bist,
und mir zeigst was Leere ist.

Ich vermisse dich,
obwohl du bei mir bist,
weil ich nicht mehr weiß,
wer ich einmal war.

Ich vermisse dich,
auch wenn du bei mir bist,
weil nichts mehr ist,
wie es einmal war.

Ich vermisse dich

©Thunny

18 Gedanken zu „Gedanken eines Reisenden #8 – Vermissen

    1. Ich schreibe nicht bewusst lyrisch oder nicht … ich schreibe wie meine Seele empfindet und in ganz seltenen, meist sehr traurigen, Fällen ist das sogar lyrisch. Ich würde mich gerne über das Lob freuen, aber der Schmerz der hinter diesen lyrischen Zeilen steckt ist einfach zu groß.

        1. Die größte Überwindung war es nicht diese Worte aufzuschreiben, sondern den „Abschinken“ Button zu klicken, als ich den Text in ihrem Chat stehen hatte. Das öffentlich machen auf diesem Blog danach war für mich selbst die kleinste Hürde.

          1. Ja, wäre es. Ich habe lange überlegt, was ich von ihrer Reaktion halten soll, aber ich denke sie ist angemessen gewesen; was hätte man schon groß machen sollen? Ich hätte mich vermutlich auch irgendwann dazugesetzt und gleich gehandelt. Aber naja, was soll – das wichtigste ist es jetzt nach vorne zu schauen 🙂

  1. …und ich dachte schon, es wäre nicht möglich, zu kommentieren.
    Ein Text, zu dem es eigentlich so viel zu sagen gibt und eigentlich nichts und eigentlich gibt es doch keine Worte.
    Berührt mich sehr, sehr, sehr.
    Leider sind es oft die traurigen Zeilen, die so geradewegs ins Herz zielen.

    1. Die Möglichkeit zu kommentieren ist leider ein wenig versteckt und ich habe es damals nicht fertig gebracht, es doch irgendwie auf der Startseite anzeigen zu lassen …

      Worte die aus dem eigenen Herzen kommen, wissen auch oft den Weg in fremde Herzen zu finden – eben weil sie wissen wie es dort ist.

      Ich wünschte ich wäre in der Lage auch mal ein freudigeres, von Herzen kommendes Gedicht zu schreiben, aber irgendwie schaffe ich sowas nur, wenn ich gerade richtig fertig mit der Welt bin :-/

      1. Es ist schön, dass es möglich ist, dir etwas zu hinterlassen. Ein paar Worte zu schreiben. Ein paar Gedanken auszutauschen.

        Ja, da hast du Recht…

        Die bezaubernsten Zeilen schreibt die Traurigkeit. Es ist immer wieder seltsam. Aber eine Art Ventil, sich irgendwie mitzuteilen und das, was innerlich schmerzt, rauszuschreiben.

        1. Ich frage mich immer, wie es die Dichter und Philosophen früherer Tage vollbracht haben auch lyrische Werke zu hinterlassen, welche nicht durch Traurigkeit inspiriert wurden. Vielleicht ist im umgekehrten Fall auch so, dass man dazu neigt sich lyrisch auszudrücken … aber wir sind einfach nicht glücklich genug dafür :-/

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