München-Trip

Der Eintrag wird ein wenig gespalten sein, da ich ihn auch genauso gespalten erlebt habe. Vorgeschichte zu München kann man in wenige Worte fassen: Ich wurde von Gapgemini zur „Expedition Summit 2015“ für 2 Tage eingeladen und bekam Hotel und Fahrt gezahlt, da ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen wollte, habe ich an beiden Abenden noch eine Freundin getroffen.

Ich wusste ja das Zugfahren schnell vergeht wenn man mit anderen plaudert, aber so schnell wie dieses Mal ging es noch nie vorüber, wir waren gefühlt gerade erst in den ICE eingestiegen als die Durchsage „Wir erreichen in Kürze München Hauptbahnhof“ erfolgte. Im Gegensatz zur Zugfahrt kam einem die U-Bahn-Fahrt dann wie ein nie endender Marathon vor, bei dem wir nur kurz ausgestiegen sind um die Koffer im Hotel abzugeben, um dann direkt wieder in die Gegenrichtung weiter zur Veranstaltung/Messe zu fahren, wo wir dann von netten Ladies direkt empfangen worden und unsere Ausweise bekamen. Nach einem kurzem Plündern der Snackbar und einer 5-minütigen Eröffnungsrede ging es dann auch schon los. Schon während der Begrüßungsrede wurde mir klar, zu welchem Stand ich zuerst gehen würde – Sogeti. Eine auf Testing/Qualitätsmanagment spezialisierte Firma. In einem regen und interessanten Gespräch mit einem ihrer Mitarbeiter wurde mir auch immer mehr klar, dass dies durchaus eine mögliche Einschlagroute für meine spätere Laufbahn sein könnte. Daraufhin ging es in einen sehr interessanten Vortrag zum Thema agiles Projektmanagment, nach welchem wir den Referenten noch eine Weile mit Fragen belagert haben. An einem Roundtable/Diskussionsrunde mit einem Professor der TU und einem CTO(CEO?) von Gapgemini habe ich dann meinen informellen Tageshöhepunkt gehabt. Das Thema des Gespräch war „Wie Menschen IT bewegen“ und im speziellen ging es auch viel um die Fragestelle ob „Innovation cool ist“ bzw. welche cool ist. War ein sehr faszinierendes Gespräch, aus dem ich viel mitnehmen konnte, allerdings steht für mich weiterhin eine Frage ungeklärt im Raum, die ich für mich persönlich noch nicht beantworten konnte.

Ist Innovation cool, wenn man sie für andere macht?
Die Antwort auf diese Frage wird später stark meine Laufbahn und meinen Weg beeinflussen, aber in welche Richtung weiß ich heute noch nicht.
Angeregt mit noch vielen Fragen im Kopf ging es danach in einen Vortrag zu „automotive connect“ bei dem ich wiederum mit Wissen erschlagen wurde, abnormal und unvorstellbar in welche Richtung wir uns hier bewegen und wie die Gedanken der Globalplayer ticken und vor allem auch wie weit wir hier schon sind, ohne das wir es vielleicht so bewusst wahrnehmen im Moment. Danach fand ich mich wieder an einem Roundtable (wieder mit einem Prof und einem Mitarbeiter) zum Thema Agiles Projektmanagment, auch hier war ich wieder fleißig am mitdiskutieren bevor es dann in einen letzten Vortrag ging zum Thema, wie es einem wirklich gehen kann wenn man in eine neue Firma einsteigt, was alles passieren und schiefgehen kann – in diesem Vortrag habe ich glaube ich am meisten für mein späteres Arbeitsleben mit genommen, war einfach eine super mentale Vorbereitung auf alles.

Nun sind wir am besten Part des Tages angekommen, dem Treffen mit … dem Essen – richtig.
BBQ für 250 Leute, davon werde sogar ich mal satt, konnte mich einfach in all das Essen reinlegen, es war einfach nur unglaublich lecker und während dem Verzehr konnte ich mit einem Chefredakteur der SZ und einem Vorsitzenden von Capgemini am Tisch plaudern, fast der perfekte Schluss der Veranstaltung, aber der perfekte sollte ja noch folgen, denn wir hatten den ersten deutschen IT-Comedian bei uns zu Gast, der uns Nerds doch allen noch ein paar lächeln und Lacher ins Gesicht zaubern konnte und nicht die Standard Nerd-Keller-Flachwitze in seinem Repertoire hatte. Danach habe ich mich dann von den anderen verabschiedet und mich mal wieder auf den langen Weg zum Hotel gemacht, dabei wäre ich beinahe eingeschlafen so gesättigt war mein Kopf von all den Ereignissen, Ideen, Inspirationen und Gedanken des Tages. Doch das eigentliches Highlight sollte ja erst noch kommen. Ich muss sagen, wenn man in ein Hotel gut gekleidet als junger Mensch kommt, sein Zimmer durch eine Firma schon reserviert ist und man nur noch den Namen nennen muss um seinen Koffer und seine Zimmerkarte zu bekommen – man fühlt sich ein wenig wie „der Boss“. Nachdem ich mich in aller Ruhe in meinem Zimmer umgezogen habe, hat es dann auch nicht mehr als ein paar Momente gedauert bis sie sich gemeldet hat und meinte sie würde unten am Hotel warten. Zack in die Schuhe reingerutscht, Zimmerkarte und Handies in die Hosentasche und ab in den Aufzug. Normalerweiße mache ich mir vorher immer ein paar Gedanken zu den Leuten, wenn ich sie das erste Mal treffe, doch diese Mal habe ich keinen einzigen Gedanken daran verworfen mir alle möglichen Ausgänge des Treffens vorzustellen, ich habe es einfach auf mich zukommen lassen. Während ich aus der Lobby hinauslaufe erblicke ich sie ein paar Momente bevor sie mich sieht und nur ein paar weitere später liegen wir uns innig in den Armen als wären wir beste Freunde, die sich schon ewig nicht mehr gesehen haben. Nach bestimmt einer Minute in den Armen liegen haben wir es dann doch noch geschafft uns wieder voneinander zu lösen und beginnen unser Gespräch während wir (Arm-in-Arm) Richtung U-Bahn laufen. Eine Ewigkeit und viele Themen später liegen wir nebeneinander im Gras des Botanischen Gartens. Unsere Augen treffen sich am Horizont beim beobachten eines Sterns der am Himmel funkelt. Der gleiche Stern? Woher ich das weiß? Es war nur ein gottverdamter Stern am Himmel zu sehen. Etliche der Themen drehten sich im folgenden um ein Anime (One-Piece) das wir gemeinsam angefangen haben zu schauen. Im folgenden haben wir auch oft geschwiegen, kein peinlich bedrücktes Schweigen oder eines das einer toten Stille gleichzusetzen wäre, sondern viel mehr ein harmonisches Schweigen, solches was ich von Leuten in manchen Momente einfach erwarte. Hierbei möchte ich an meine Erweiterung von „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold“ erinnern „Zu wissen wann man reden und wann man schweigen sollte, ist unbezahlbar“ und genau so war dieser Moment für mich unbezahlbar und wunderschön. Doch wie alles hatte auch dieser Moment ein Ende und zwar jenes welches uns unseren Betten näher brachte. Natürlich konnte ich zurück im Hotel angekommen lange nicht schlafen und habe noch ein wenig mein Zimmer in Betracht genommen, „schick schick“ kann man es zusammenfassen. Alles war picobello sauber und nirgends, nicht mal hinter Ecken oder Kanten, war auch nur ein Hauch von Staub oder Dreck.

Viele Stunden nach Mitternacht bin ich dann doch noch eingeschlafen, nur, um dann um 6 Uhr vom Wecker wieder aus den Federn gerissen zu werden und den Tag mit einer warmen Dusche zu starten. Beim Frühstück mit Laptop am Tisch habe ich dann einen meiner Reisegefährten wieder getroffen und noch ein wenig mit ihm geplaudert anstatt weiter meinen Kopf auf den neuesten Nachrichtenstand zu bringen. Kurz darauf ging es dann auch schon weiter mit dem Workshop des Tages, doch zuvor mussten wir noch unsere Zimmer räumen und die Koffer nochmal im Hotel abgegeben, damit wir sie nicht den ganzen Tag mit uns herumschleppen. Ich will diesmal nicht allzu lange über den Workshop reden, da auch eine gewisse Geheimhaltung über unser Thema gewünscht war, da es sich um ein reales Projekt handelte und da die Unterlagen die wir in der Gruppenarbeit zur Verfügung gestellt bekommen haben auch reale Projektunterlagen waren. Kurzerhand haben wir dann einfach mal das Ding vollkommen gerockt und binnen zwei Stunden aus über 200 Seiten Infomaterial einen monstermäßigen Vortrag erstellt, der sogar schon Prozessoptimierungen und 4 selbst erstellte Diagramme beinhaltet hat. Die andere Gruppe war im Vergleich zu uns gerade zu amateurhaft unterwegs und ist „leicht“ am Thema vorbeigeschrammt. Die Capgemini-Mitarbeiter waren schwer beeindruckt von dem was wir in der kurzen Zeit auf die Reihe gestellt hatten und sprachen uns ihr großes Lob dafür aus. Danach ging es dann weiter ins „Innovation-Lab“ in welchem wir die neusten Technologien vorgeführt bekamen, unteranderem hatten wir die Gelegenheit eine Augmented-Reality-Brille zu testen, absoluter Wahnsinn kann ich dazu nur sagen! Ich werde sicher einer der ersten sein der eine Consumer-Variante dieser Brillen kauft, denn es ist schlichtweg unvorstellbar was man mit solchen Brillen für Möglichkeiten hat. Danach wurden wir wieder bestens mit Essen versorgt und haben uns untereinander nocheinmal ein paar Stunden lang ausgetauscht. Daraufhin ging es zurück ins Hotel wo ich mich noch einmal kurz umgezogen habe um Hemd und Anzughose loszuwerden um dann wieder mit einer innigen Umarmung von der Münchnerin empfangen zu werden. Arm-in-Arm ging es dann zu einer Bank am See wo sie bei mir auf der Schulter lag während wir wieder über Gott und die Welt gesprochen haben. Als es dann langsam das Tröpfeln anfing haben wir uns entschlossen in eine Shopping-Mal zu gehen in welcher wir nach nicht allzulanger Suche und Debatte uns für ein Eislokal entschieden haben.

Ihr seht es selbst, ich brauch denke ich wenig dazu sagen 🙂
Klingt komisch, aber auch ich hatte mal richtig lust auf etwas frisches, fruchtiges, daher habe ich sie auf dieses fruchtige Eis eingeladen, bei dem wir wie schon den Großteil der Zeit zuvor über irgendetwas schwatzten. Danach ging es raus aus den ‚Arcarden‘ und mit der U-Bahn zurück in die Innenstadt, wo wir ein wenig durch den englischen Garten (der ist ja rießig!) gelaufen sind, um uns dann letzten Endes irgendwo ein wenig Abseits der anderen ein Plätzchen zu suchen. Als hätte sie es ein wenig geahnt hatte sie eine (winzige) Decke (naja eher n Tuch) dabei auf dem wir jeder zumindest einen Teil des Körpers drauf legen konnten. Was gibt es schöneres als auf einer Wiese, mit den Füßen im Gras, der Sonne im Rücken und einer Person neben sich liegen zu haben die man mag? (Die weiß das man nicht immer reden muss!) Die Antwort auf diese Frage sollte ich wenig später erfahren, denn schöner als nebeneinander zu liegen ist es definitiv aufeinander zu liegen! Ein wenig unklar ist es mir noch im Kopf wie es genau dazu kam aber, aber auf einmal lag ich auf dem Bauch in der Wiese und sie mit ihrem Bauch auf meinem Rücken. Sehr praktisch dabei ist das wir annähernd gleich groß sind und sie so ihren Kopf auf den meinen legen konnte, ihre Arme über meine und ihre Füße über die meinen. Und so komisch es auch klingt, es war mega bequem und definitiv die coolste Art zu „kuscheln“ (falls man das so nennen kann). Ihre Rapunzel-konkurrierenden-Haare bildeten den perfekten Sonnenschutz für meine Augen und so lagen wir bestimmt die ein oder andere Stunde einfach aufeinander schweigend in der Sonne bzw. sie in der Sonne und ich im Schatten. Ab und zu mussten wir den Platz wechseln damit sie wieder in der Sonne lag, aber sonst lagen wir einfach nur so da. *hach* das war einfach nur schön 🙂

Irgendwann entschieden wir uns dann uns auf die Suche nach etwas essbarem zu machen und landeten schließlich bei „Hans im Glück“ bei dem ich einen netten (Vorspeisen-) Burger gegessen. Mir ist es bis heute unverständlich wie sie davon prassel-voll sein konnte, mir kam das eher so wie n Häppchen vor. Wenn wir Zuhause Burger selbst machen, isst jeder 2-3 der selben Größe. Danach ging es mit der U-Bahn wieder zurück zum Hotel wo wir auf einer Bank den Ausblick auf einem Sonnenuntergang hinter dem See bewundern konnten. Rasant verschwand das Wohlfühlgefühl im folgenden als wir den Koffer vom Hotel holten und uns Richtung Hauptbahnhof aufmachten. In der U-Bahn dorthin begegneten uns zwei 14-jährige Mädchen die auf Kräuter waren und permanent rumgröllten und alle möglichen anpöbelten. Hätte die eine der beiden mir auch nur ein weitere Mal auf den Oberschenkel geklopft, ich hätte ihr eine Schelle verpasst an die sie sich noch lange erinnert hätte. Kurz darauf war es dann auch schon so weit, Abschied. Minutenlanges inniges in den Armen liegen und dann noch ein „Tschüss“ und schon war es wieder vorbei. Auf der Zugfahrt lernte ich dann noch gleichaltriges Mädchen kennen, das auch eine Begeisterung für Statistik hatte und so quasselten wir die ganze Fahrt über fast nur darüber, zufälligerweise musste wir beide in der gleichen Stadt warten und konnten so uns gegenseitig noch ein wenig die Zeit vertreiben bevor es dann auch bei ihr die Zeichen auf Abschied standen.

Nach einem mehrstündigen Bahn-Drama kam ich dann gegen halb 3 Zuhause an und bin einfach nur glücklich über all das Erlebte zufrieden in mein Bett gefallen.

Zu guter letzt möchte ich euch noch die Möglichkeit geben ihre Perspektive zu diesem Treffen zu lesen 🙂

3 Gedanken zu „München-Trip

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